Archiv
2024
Der Fokus der St!chwort 2024 liegt auf dem Modul Forschen und Präsentieren in wissenschaftlichen Kontexten. Den Auftakt macht Bärbel Schmidt mit einem Bericht zum Seminar „Rome en vogue“. Über zwei Semester hinweg (SoSe 2023 und WiSe 24) setzten sich die Studierenden intensiv mit der römischen Modeund Zeitgeschichte auseinander und wirkten gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Museums und Parks Kalkriese unter der Leitung von Heidrun Derks an der Ausstellung „Dressed – Rom Macht Mode“ mit. Im Sommersemester 2024 folgte das Seminar „Die Kunst, sich selbst zu tragen – Fridas Kleiderschrank“ von Lesley-Ann Baldwin, das Christine Löbbers im Wintersemester 2024/25 fortführte. Die Studierenden widmeten sich der Kleidung der Künstlerin Frida Kahlo – einer ausdrucksstarken Garderobe, die ihre Persönlichkeit und ihren Modegeschmack widerspiegelte. Neben der Auseinandersetzung mit ihrer Lebens- und Arbeitsweise untersuchten die Studierenden den Einfluss ihrer Mode auf heutige Generationen. Die Ergebnisse dieser Forschung mündeten in der gleichnamigen Ausstellung, die mit einer Vernissage in der Galerie St!chpunkt eröffnet wurde. Der Lehrbeauftragte Reiner Wolf widmete sich dem vestimentären Code der Jogginghose und erarbeitete über zwei Semester gemeinsam mit den Studierenden vielfältige Aspekte dieses Kleidungsstücks. Im Rahmen des Moduls Technik und Produktion wagte Lucia Schwalenberg einen spannenden Blick in die Vergangenheit: Die Studierenden erforschten die magazinierte historische Handwebstuhlsammlung des Tuchmacher Museums Bramsche. Mit dem Ziel, rund zwei Dutzend dieser historischen Geräte zu erforschen und aufzubereiten, entsteht so die Grundlage für zukünftige Ausstellungen und museumsdidaktische Angebote. Diese Arbeit vor Ort ist ein wertvoller und praxisnaher Beitrag zur Ausbildung unserer Studierenden – ein authentisches Eintauchen in die Geschichte des Handwerks. Ergänzt wird das Heft um Einblicke in Exkursionen, Projekte und Kooperationen des Fachgebietes Textiles Gestalten an der Universität Osnabrück.
2023
Im Mittelpunkt der Jahresausgabe 2023 stehen Studien- und Prüfungsarbeiten sowie Auszüge aus Haus- und Bachelorarbeiten aus dem Textilen Gestalten. Dazu gehört die Kontexteprüfung Gut beladen von Laura Borm, die Bachelorarbeit zu Pre-Consumer Waste von Anja Leshoff sowie die Hausarbeiten von Hilke Spannhoff zu Recycling versus Fast Fashion, von Luzia Meyer-Rohen zu Yves Saint Laurent und von Melanie König zu Miuccia Prada. Alexandra Wilker leitete die ersten Seminare des neu in der Prüfungsordnung verankerten Studienmoduls zum Selbststudium als pädagogische Praxis. Einblicke in das damit verbundene Oberhema Digitalisierung und Nachhaltigkeit gewährt gewährt die Arbeit der Studierenden Theresa Veerkamp zur Technik des Handspinnens. Ein Highlight des Jahres 2023 war die Kooperation mit der Draiflessen Collection, die in einer Ausstellung zur textilen Technik des Occhi mündete. Der Beitrag von Christine Löbbers und Anja Leshoff schildert den Arbeitsprozess und die Ergebnisse. Nachhaltiges Möbeldesign bestimmte das vom Raumausstattermeister Klaus Schmidt durchgeführte Seminar Sitzwerk. Unterstützt durch den Tischlermeister der Universität, Jürgen Menkhaus, entstanden individuelle Sitzgelegenheiten auf hohem handwerklichen Niveau, die in einem Beitrag dargestellt werden. Die Abgeordnete Lehrerin, Swantje Möhlmann, hat sich auf Medienkisten spezialisiert. In den Seminaren sind spannende Unterrichtsmaterialien entstanden, wovon zwei Beispiele zu Upcycling und zu textilen Rohstoffen gezeigt werden. Nachhaltigkeit nimmt im Studienangebot einen hohen Stellenwert ein. Die Auseinandersetzung mit Konsum ist dafür wesentlich. Ein Exempel ist der Better Fashion Walk unter Leitung von Lesley-Ann Baldwin. Ein Bericht über eine beeindruckende Reise nach Georgien, die mit einem Kooperationsvertrag mit der Staatlichen Akademie der Künste in Tiflis mündete, taucht in die textile Kunst dieses Landes an der Schnittstelle zwischen Ost und West ein. Außerdem finden sich in dieser Ausgabe Informationen über die Eröffnung des textilen Makerspaces St!chLab, den Ausbau internationaler Partnerschaften mit Finnland, der Schweiz, Georgien, die Niederlande und Sri Lanka, den Textilkünstler Ibrahim Mahama in Osnabrück, die Exkursion zum re:pair Festival, die textile Praxis in den Werkstätten und die fruchtbare Kooperation mit der Biologie durch den Färbegarten im Botanischen Garten. Der Ausblick auf die kommende Jahrespublikation kündigt als Schwerpunkt das neue Modul Forschen und präsentieren in wissenschaftlichen Kontexten im Fachgebiet Textiles Gestalten an.
2022
Das Thema für die Jahresausgabe 2022 lautet Textil studieren entschieden. Dies soll die Bandbreite der textilen Studiermöglichkeiten und Standorte sichtbar machen und zur Vernetzung beitragen. Die Zeitschrift gleicht einem virtuellen Schaufenster, vor dem sich potentielle Studierende und Interessierte versammeln, um einen Einblick in die innovativen und interessanten Ausbildungssituationen und Forschungsprojekte im textilen Bereich zu gewinnen. Leider konnten nicht alle textilen Standorte in dieser Ausgabe berücksichtigt werden, so dass Potenzial für eine weitere Ausgabe bleibt. Einen ersten Überblick bietet der Artikel Textiles Gestalten an der Universität Osnabrück. Auf bebilderten Doppelseiten präsentieren sich die Highlights Hands on - Textile Praxis in den Werkstätten, StichLab - Textiler Makerspace, Kooperation mit der Biologie – Botanische Farben, Exkursion – Zur Biennale nach Venedig, Internationale Partnerschaften – Studierende aus Osnabrück zu Gast in Finnland sowie Einblicke ins Studium – Studien- und Prüfungsarbeiten.
Die Kulturanthropologie des Textilen an der Technischen Universität Dortmund präsentiert die Studiengänge Lehramt Textilgestaltung sowie Kulturanalyse und Kulturvermittlung sowie das Nebenfach Kulturanthropologie des Textilen mit Studienprojekten, Exkursionen, Auslandskooperationen, der Fachschaft und Studiensammlungen. Im Textildesign an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle beeindrucken die Einblicke in studentische Bachelor- und Masterprojekte genauso wie individuelle Studienschwerpunkte, eine grundlegende gestalterische Ausbildung, exzellent ausgestattete Studienwerkstätten und Forschungsprojekte im Designbereich. Der Studiengang Textildesign an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hof vertritt ein Designverständnis aus Funktion, Ästhetik und innovativer Technologie und dem damit verbundenen Qualitätsanspruch an ein industriell gefertigtes Produkt. Zu den textilbezogenen Studiengängen an der Pädagogischen Hochschule Freiburg gehören die Studienangebote der Fachrichtung Mode und Textil im Rahmen der Bachelor- und Master-Lehramtsstudiengänge für die Primar- und Sekundarstufe I im Rahmen des Studienfaches Alltagskultur und Gesundheit, welches die beiden Fachdisziplinen Ernährung und Konsum sowie Mode und Textil kombiniert. Außerdem wird ein lehramtsaffiner Masterstudiengang angeboten und es erfolgen Lehrexporte in bildungsaffine Studiengänge – allen voran in den Bachelorstudiengang Kindheitspädagogik. Der Studiengang Textildesign an der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach wird exemplarisch dargestellt anhand des Konzepts und der Umsetzung einer nachhaltigen studentischen Strick-Druck-Kollektion zum Thema Artenschutz. Zwischen ethnografischen Feldforschung und künstlerisch-ästhetischer Praxis verortet sich das Textile Gestalten an der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg. Im Studiengang Materielle Kultur geht es um Formate des Forschenden Lernens im interdisziplinären Kontext. Das Textilstudium an der Universität Paderborn zeichnet sich dadurch aus, dass es in den Studiengängen jeweils in drei Modulen angelegt ist. Gestaltungspraxis, Kultur- bzw. Fachwissenschaft und Didaktik/Vermittlung der Textilien werden für das Lehramt und für ein kulturwissenschaftliches Studium angeboten. Craft teacher education bietet der Rauma Campus der University of Turku in Finnland an. Das Studium bietet neben handwerklichen, gestalterischen und technologischen Bestandteilen eine Bandbreite von textilen Komponenten an. Mode, Textilkunst und Materielle Kultur sind die Studienrichtungen an der University of Lapland in Finnland. Die Erasmus-Partnerhochschule des Textilen Gestaltens der Universität Osnabrück bietet eine intensive gestalterische Ausbildung und eine Einführung in die nordische Kulturwelt. An der Akademie der bildenden Künste in Wien beschäftigen sich Lehrende und Studierende im Rahmen der Fashion und Textile Studies intensiv mit Moden und Textilien. Dazu gehören u. a. textile Protestkulturen, Fachdidaktik und Nachhaltigkeit, Slow Fashion in der Werkstattpraxis, die Entwicklung einer gestalterischen Handschrift im Design und Geschlechterdiversität. Die Pädagogische Hochschule Freiburg bietet Mode- und Textilwissenschaften im Rahmen unterschiedlicher Lehramtsstudiengänge an. Zu den Studieninhalten gehören Nachhaltigkeit, Konsumforschung, Technologie, Alltagskultur und Textildidaktik. Der Ausblick auf die kommende Jahrespublikation kündigt Forschungs-, Studien- und Gestaltungsarbeiten aus dem Textilen Gestalten der Universität Osnabrück an.
2021
Den Schwerpunkt der vierten Ausgabe der Online-Zeitschrift „Stichwort 2021“ bilden zwei studentische Masterarbeiten, Kooperationen und Projekte des Textilen Gestaltens der Universität Osnabrück. Prof.in Dr.in Bärbel Schmidt faßt die Lehre im „Corona-Alltag“ zusammen und gibt Einblicke in die Arbeit im Fachgebiet. Nach einem Überblick über das Studium des Textilen Gestaltens folgt eine Masterarbeit von Elena Hardenberg. Unter der Überschrift „Textiles Gestalten in der Grundschule – nicht der kindlichen Bildung wert?“ setzt sie sich mit Zielen, Bildungsanspruch, Potential und theoretischen Ansätzen im Textilunterricht auseinander. In der Masterarbeit „Das Kerncurriculum neu gedacht“ beschäftigt sich Eyleen Huil mit der Textilen Kette als Möglichkeit für Projektunterricht in der ersten und zweiten Klasse. Für das Magazin wurden beide Masterarbeiten gekürzt und angepasst.
Unter der Überschrift „Inklusion und Differenzierung im Textilunterricht“ stellen Studierende ihre Forschungsergebnisse des Projektbandes unter der Leitung von Christine Löbbers vor. Sie führen aus, wie textile Forschungsprojekte trotz der Coronalage in der Schule umgesetzt oder in ihrer Methode angepaßt werden konnten.
In der zweiten Jahreshälfte 2021 konnten nach der Coronapause wieder erste Kooperationsreisen stattfinden. Lucia Schwalenberg berichtet über Reisen zu Hochschulen, Institutionen und Makerspaces in Finnland, den Niederlanden und Belgien. Die Reisen wurden gefördert durch das Programm INTENSinternational des niedersächsischen Kultusministeriums zur Stärkung europäischer Bildungskontakte. Als Resultat der Reisen fahren Textilstudierende aus Osnabrück im Sommer 2022 erstmals als Erasmus-Studierende nach Rovaniemi und Helsinki.
Internationalisierung war einer der Arbeitsschwerpunkte des Textilen Gestaltens 2021. Neben der englischen Übersetzung der Website des Fachgebietes für internationale Besucher und Besucherinnen ist die Stichwort 2021 in einigen Kapiteln erstmals bilingual in Deutsch und Englisch gestaltet.
2020
Den Schwerpunkt der dritten Ausgabe der Online-Zeitschrift „Stichwort“ bilden Einblicke in Kooperationen, Projekte und die Lehre im Fachgebiet Textiles Gestalten. Nach einem Überblick über das Coronajahr 2020 von Prof.in Dr. Bärbel Schmidt folgt ein Beitrag zum Seminar „Ein Textilarchiv als Datenpool der Kulturgeschichte“ von Prof.in Dr. Bärbel Schmidt und beteiligten Studierenden. Die Autorinnen erläutern die angewandte Methode von Jules David Prown „Mind in Matter“ zur Analyse von Textilien im Textilarchiv des Fachgebietes. Unter dem Titel „Die Brille – Eine Objektgeschichte vom Lesestein zu Google Glass“ beschäftigen sich Studierende unter der Seminarleitung von Lena Küppers mit Themen rund um die Entwicklung der Brille. Über ein Kooperationsprojekt mit der Stiftung Mensch in Schleswig-Holstein berichtet Lucia Schwalenberg. In ihrem Seminar „Musterschatz – Kollektionsentwicklung für die historische Beiderwandweberei der Stiftung Mensch in Meldorf“ entwickelten die Studierenden inspiriert von historischen Beiderwandgeweben geometrische, zeitlose Entwürfe. Den Entstehungsprozess schildert ein reich bebilderter Artikel. Unter der Überschrift „Textilkisten – Ein Bericht aus der Praxisphase GHR 300“ beleuchtet Alexandra Wilker die veränderten Anforderungen an die Praktika der Lehramtsstudierenden unter Coronabedingungen.
2019
Den Schwerpunkt der zweiten Ausgabe der Online-Zeitschrift „Stichwort“ bilden zwei Abschlußarbeiten.
Die Bachelorarbeit von Lesley-Ann Baldwin thematisiert das Konsumverhalten und die Produktionsbedingungen in der globalen Modeindustrie sowie die Auswirkungen von Fast Fashion in ökologischer, ökonomischer, sozialer und kultureller Hinsicht. Die Arbeit geht der Frage nach, wie der Modekonsum durch Tauschhandel im Sinne einer „Sharing Ecomomy“ verringert werden könnte. Dazu erstellt die Autorin ein Konzept für eine Studierendenfirma Fairo Moda: „Das Prinzip ähnelt dem einer Bücherei, nur mit Kleidung anstatt Büchern.“ Ziel der Arbeit ist es, das Bewußtsein für Nachhaltigkeit und nachhaltigen Modekonsum zu stärken. In einem abschließenden Kapitel geht es darum, ein Szenario für ein fächerübergreifendes Schwerpunktmodul Nachhaltigkeitsmanagement an der Universität Osnabrück zu entwickeln.
Kernpunkt der Masterarbeit von Franziska Dix ist die didaktische Begründung eines Curriculums für das Basadi Women’s Project in Fobene Village, Südafrika. Im Basadi Women’s Project geht es darum, die Existenzgrundlage für Frauen im ländlichen Raum Südafrikas durch Textilarbeit nachhaltig zu verbessern.
2018
Für die erste Ausgabe der Zeitschrift »Stichwort« wurden zwei Bachelorarbeiten ausgewählt. Anna Klinar untersucht die Ziele des Bündnis’ für nachhaltige Textilien im Hinblick auf die drei Säulen der Nachhaltigkeit in der Textilbranche. Indem sie deren Tragfähigkeit für die Zukunft analysiert, weckt sie ein kritisches Bewusstsein für diesen langwierigen und durchaus noch verbesserungswürdigen Prozess. Ruth Wothe leistet mit ihrem Beitrag über die Gedächtnis- und Erinnerungsfunktionen der Handschuhe der KZ-Überlebenden Yvonne Koch, die in der Gedenkstätte Bergen Belsen gezeigt werden, einen noch viel zu seltenen Beitrag der Vergangenheitsbewältigung im Hinblick auf den Nationalsozialismus und die Shoah aus textilwissenschaftlicher Perspektive.