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Simon Goebel
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Veröffentlicht Feb 2, 2021

Abstract

Der Beitrag folgt der Annahme, dass Migrationspolitiken mit defizit- und problemorientierten Migrationsdiskursen verwoben sind. Die Kritik an vorherrschenden Migrationspolitiken müsste aus Sicht einer kritischen Migrationsforschung also auch an der Kritik dominanter Migrationsdiskurse ansetzen. Im Folgenden wird untersucht, inwiefern der hiesigen Migrationsforschung eine Einmischung in politische, mediale und gesellschaftliche Öffentlichkeiten möglich ist bzw. wie diese wirkmächtig sein kann. Einmischung im Sinne verschiedener Spielarten der Wissenschaftskommunikation wird exemplarisch anhand der Arbeit dreier Akteure reflektiert: Annette Treibel, Klaus J. Bade und Gerald Knaus, die sich auf sehr unterschiedliche Weise in den öffentlichen Diskurs eingemischt haben. Es geht darum, aus diesen Beispielen zu lernen. Im Ergebnis zeigt der Beitrag, dass Wissenschaftskommunikation gründlich vorbereitet werden muss. (Kritische) Migrationsforscher* innen sollten sich – so das Plädoyer – trotz aller Risiken einmischen.


Interfere! But how? Migration Research between Science Communication, Critical Policy Monitoring and Policy Advice


The paper assumes that migration policies are interwoven with deficit- and problem-oriented migration discourses. From the perspective of critical migration research, the criticism of prevalent migration policies should therefore also be based on the criticism of dominant migration discourses. In the following, I study the extent to which local migration research is able to intervene in political, media and social public spheres and how this can be effective. Interference in the sense of different varieties of science communication is reflected exemplarily by the work of three actors: Annette Treibel, Klaus J. Bade and Gerald Knaus, who have interfered in the public discourse in very different ways. The point is to learn from these examples. As a result, the article shows that science communication needs to be thoroughly prepared. (Critical) migration researchers should – so the plea – interfere despite all risks.

Schlagwörter

Migrationsforschung, Wissenschaftskommunikation, Kritik, Politik, Beratung