Hauptsächlicher Artikelinhalt

Kira Kosnick
Veröffentlicht Feb 16, 2021

Abstract

Against the background of calls to ›decolonize knowledge‹ in migration studies as in different academic fields, this article addresses the conditions under which knowledge on migration is produced at German universities. Noting that refugee scholars and those with migration backgrounds from outside Western Europe or North America face specific difficulties in pursuing academic careers, a ›coloniality of migration‹ framework is employed to examine how different groups are differentially integrated into the German academic system. Suggesting a self-reflexive focus on the conditions for academic research at higher education institutions, it is argued that the conditions under which a heterogeneous ›we‹ performs the work of migration studies are differentially implicated in the governmental curtailment and management of migration and (post)migrant subjects, and in global unequal forms of hegemonic knowledge production.


Migrationsforschung dekolonialisieren? Überlegungen zur Migrationsforschung und ihren Rändern


Vor dem Hintergrund von Forderungen nach einer ›Dekolonisierung des Wissens‹ in der Migrationsforschung, aber auch in anderen wissenschaftlichen Feldern thematisiert dieser Beitrag die Bedingungen, unter denen Wissensproduktion zu Migration an deutschen Universitäten stattfindet. Angesichts der besonderen Schwierigkeiten, mit denen geflüchtete Wissenschaftler* innen, aber auch jene mit Migrationshintergründen aus Ländern jenseits von Westeuropa oder Nordamerika auf ihrem akademischen Karriereweg konfrontiert sind, wird der ›coloniality of migration‹-Ansatz genutzt, um die differenzielle Integration verschiedener Gruppen in das deutsche Wissenschaftssystem zu untersuchen. Im Zuge einer selbstreflexiven Thematisierung der Produktionsbedingungen von Forschung an Hochschulen wird argumentiert, dass die Bedingungen, unter denen ein heterogenes ›Wir‹ die Arbeit der Migrationsforschung betreibt, mit der gouvernementalen Regulierung von Migration und (post)migrantischen Subjekten verknüpft sind sowie mit global ungleichen Formen hegemonialer Wissensproduktion.

Schlagwörter

Geflüchtete Wissenschaftler*innen, Kolonialität der Migration, akademische Karrierewege, globale Wissensökonomien, Rassismus an Universitäten, akademisches Kapital